Markt Presseck
Einwohner: 2.220 Stand 31.12.2001
Fremdenverkehrsgemeinde im Frankenwald.
Sport- und Freizeitangebot:
Wandern,
Wintersport (Lifte und Langlaufloipen), Radwandern, Mountainbiking
Fläche: 54,82 qkm
Seehöhe: 650 ü. NN.
Die nördlichste
Kommune des Landkreises Kulmbach ist der Markt Presseck. In diesem Teil des
Frankenwaldes wird die Landschaft von steil abfallenden Berghängen und engen
Bachgründlein bestimmt. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom Waffenhammer im
Süden, wo sich die grenzbildende Steinach durch die enge Steinachklamm zwängt,
bis hin zum Gasthaus Fels an der Wilden Rodach und zum Rodacher Forst im Norden;
sowie vom Mühlbachgrund bei Ehesberg im Westen bis zum Schlackenmühlbach mit
seinen Mühlen im Osten.
Presseck, das in
klassischer Radialhufenform angelegt ist, liegt auf dem Höhenzug, der sich vom
südwestlich gelegenen Forke! (690m) bis zur höchsten Erhebung des Frankenwaldes,
dem Döbraberg (795 rn) im Norden erstreckt. Die Höhenunterschiede im Pressecker
Raum sind beträchtlich: Sowohl von der Steinachklamm, als auch von der Boxmühle
im Zettlitzgrund bis hinauf zum Pressecker Knock beträgt die Höhendifferenz
jeweils nahezu 300 m. Der Knock (690 m) mit seinem 18 m hohen Aussichtsturm ist
die höchste Erhebung im Landkreis Kulmbach. Vom Aussichtsturm hat man einen
atemberaubenden Panoramablick auf die fränkische Landschaft.
Geschichte:
Im 11. und 12.
Jahrhundert wurde Presseck zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Nach der Gründung
des Bistums Bamberg wurden die freieigenen Besitzungen der weltlichen
Grundherren auch für den Bestand der Klöster interessant. Kaiser Heinrich II.
ließ im Jahre 1024 dem Bamberger Domstift durch Hicila, der Tochter des Grafen
Otto, die wahrscheinlich aus den Geschlecht der Hennebergs stammt, eine
"Schlopp" (Slopece), ein auf Schafzucht und Forstnutzung ausgerichteter
herrschaftlicher Gutsbesitz, zukommen. Die Orte Ehesberg (Herpersperch) und
Reichenbach (Troisisbach) trat Helmburg von Seibelsdorf (Sigiboltesperch) im
Jahre 1126 an das Kloster Banz ab. Die Edelfreien von Callenberg gaben zwischen
1139 und 1146 unter Fürstbischof Egilbert von Bamberg die Orte Seubetenreuth
(Zidebotenruit), Altenreuth (Bennenruit) und Köstenberg (Adeloldesperch) auf und
traten sie an das Kloster Michelsberg in Bamberg ab.
Der Ritter Nicolaus
von der Grün erhielt 1318 vom Bischof zu Bamberg die Burg Wildenstein, die auf
dem westlichen Felsen der Steinachklamm gelegen ist, als Lehen zugesprochen. Der
Ritter wurde damit zum Stammvater der Herren von Wildenstein. 1327 errichteten
Reiwin von Waldenfels und seine beiden Söhne Heinrich und Friedrich die Burg
Wartenfels auf einer Anhöhe in einem Seitental der Zettlitz. Diese beiden
Rittergeschlechter regierten bis ins 16. bzw. 17. Jahrhundert als Bamberger und
teilweise auch markgräfliche Lehensleute. Die Kirchen- und Gerichtssitze
Presseck und Wartenfels erlangten während dieser Zeit zentrale Bedeutung für die
Region und erhielten deshalb Marktrechte. Der Wartenfelser Besitz derer von
Waldenfels ging 1574 an Wolf Dietrich von Wiesenthau über, von diesem wiederum
1578 an die Herren von Guttenberg und schließlich im Jahre 1621 an das Hochstift
Bamberg. Der Wartenfelser Besitz wurde damit das siebente Halsgericht sowie Bamberger Vogteiamt und kam 1802
während der Säkularisation der Bamberger Besitztümer unter bayerische
Verwaltung.
Die Herren von
Wildenstein konnten gegen Ende des 17. Jahrhunderts ihre verschuldeten und
erbgeteilten Rittergüter in Elbersreuth, Heinersreuth und Schlopp nicht mehr halten. 1687 gingen ihre
Besitzungen daher an das Hochstift Bamberg und wurden bereits 1693 an die Grafen
Voit von Rienck weiterveräußert. Die Adelsfamilie Voit von Rineck verlegte zu
Beginn des 18. Jahrhunderts den Verwaltungssitz der nunmehr sogenannten
"Wildensteiner Herrschaft" von Presseck in das Wildensteiner Schloß zu
Heinersreuth. Als 1806 auch die Gebiete der reichsfreien Ritterschaften
königlich-bayerisch wurden, wurde das Herrschaftsgericht Heinersreuth mit dem
Landgericht Stadtsteinach zusammengelegt, behielt aber noch für längere Zeit als
„Patrimonialgericht Heinersreuth“ die freiwillige Gerichtsbarkeit bei.
Von den beiden unter
bayerischer Verwaltung stehenden Gerichtssitzen Wartenfels und Heinersreuth
wurden 1818 die sieben Landgemeinden gebildet, die sich anlässlich der
Gemeindegebietsreform im Jahre 1972 zur Marktgemeinde Presseck
zusammenschlossen.
Leider wurden die Ritterburgen und Schlössern in Wildenstein und Wartenfels im Laufe der Zeit geschleift, oder sie sind verfallen. Einzig das in den zwanziger Jahren von den Freiherren von Lerchenfeld neugestaltete Wildensteiner Schloß in Heinersreuth berichtet im Pressecker Raum als stummer Zeuge noch von der Feudalherrschaft vergangener Zeiten.
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